Europa zu Gast in Tirschenreuth

By | 3. Februar 2020

Die „Neue Tirschenreuther Passion“ wirft ihren Schatten voraus!

 

„Die Neue Tirschenreuther Passion“ ist in Sichtweite. Denn bereits am 27. März heißt es im Kettelerhaus „Vorhang auf“ für die Premiere der Neuinszenierung, die in diesem Jahr auch als EUROPASSION 2020 gespielt wird. Aus diesem Anlass werden Abordnungen aus ganz Europa in Tirschenreuth erwartet, die sich in der Kreisstadt unter anderem auch zu einem Fachkongress treffen. Im Rahmen eines Pressetermins konnte Bürgermeister Franz Stahl den Generalsekretär der Vereinigung EUROPASSION Josef Lang sowie den Deutschlandvertreter der EUROPASSION Thomas Hummel in Tirschenreuth begrüßen.

„Die Aufführung des Tirschenreuther Passionsspiels ist in diesem Jahr etwas ganz Besonderes, dürfen wir doch als Ehrengäste unter anderem den Bayerischen Innenminister Joachim Herrmann, den Botschafter des Papstes in Deutschland Dr. Nikola Eterović, den Regensburger Bischof Dr. Rudolf Voderholzer sowie viele Besucher aus ganz Europa bei uns willkommen heißen. Ganz besonders freut mich auch, dass die insgesamt acht Vorstellungen bereits fast ausverkauft sind“, so Franz Stahl. Kultur spiele in der Stadt eine herausragende Rolle, sagte das Stadtoberhaupt weiter. Deshalb habe man auch 160.000 EUR für die Neuinszenierung kalkuliert. Diese investiere man unter anderem in neue Tontechnik und eine Zuschauertribüne.

„Liebe Deinen Nächsten“

Josef Lang freute sich, dass die EUROPASSION nach zehne Jahren wieder in Deutschland gespielt wird. „Wir sind eine große europäische Familie, der über 90 Gruppen aus 16 Ländern angehören. Es ist unser Ziel, den Menschen die zentrale christliche Botschaft ‚Liebe Deinen Nächsten‘ wieder näherzubringen. Wenn dies gelingt, haben die Passionsspiele auch im 3. Jahrtausend nach Christus ihren Platz.“ Besonders gespannt sei er schon auf die besondere Darstellung der Rolle des Judas in der Tirschenreuther Neuinszenierung. 

Tirschenreuths Passionsbeauftragter Vinzenz Rahn erläuterte, dass der Fachkongress am 18. April in Tirschenreuth stattfinde und derzeit ein entsprechendes Begleitprogramm organisiert werde.                


„Die Neue Tirschenreuther Passion“

Die Geschichte der in Mundart gespielten Tirschenreuther Passion begann eigentlich schon im Jahr 1994. Damals wurde mit dem historischen Stadtschauspiel „Winsheims Tod“ erstmals großes Theater geboten. Dabei entstand mit Regisseur Johannes Reitmeier die Idee, eigene Passionsspiele auf die Bühne zu bringen. Drei Jahre später, im Jahr 1997, wurde „Die Tirschenreuther Passion“ in Mundart erstmals im Kettelerhaus mit großem Erfolg aufgeführt. Wiederaufführungen gab es 2000, 2005, 2010 und 2015.


Die EUROPASSION 2020 gab den Anreiz, das Passionsspiel textlich zu überarbeiten und im neuen Gewand zu inszenieren. So machten sich die Profis, Autor und Regisseur Johannes Reitmeier sowie Co-Regisseur Stefan Tilch an die Arbeit. Bestens unterstützt von den Regieassistenten Manfred Grüssner und Marianne Stangl, die insbesondere für die Dialekt-Übersetzungen sorgten.

Wesentliche Neuerungen bei der „Neuen Tirschenreuther Passion“ sind die Rolle der Frauen im Stück und die Neuinterpretation der Rolle des Judas. Aber auch der Theatersaal im Kettelerhaus erfährt Veränderungen. So wird es blickdichte Rollos, eine neue Tonanlage, erstmals eine Zuschauertribüne und einen Theaterfelsen in den imponierenden Maßen 14 m Breite, 7 m Tiefe und 4 m Höhe geben. 

Kleines Jubiläum

Pünktlich zur EUROPASSION 2020 feiert die Stadt auch ein kleines Jubiläum. Denn „Die Neue Tirschenreuther Passion“ ist die 10. stadteigene Theateraufführung – und viele Akteure sind seit 1994 dabei. Das ist auch ein besonderes Zeichen ehrenamtlichen Engagements, das in Tirschenreuth besonders großgeschrieben wird. 

Foto: Stadt Tirschenreuth / M. Streich

BU: Freunde und Organisatoren der „Neuen Tirschenreuher Passion“ (EUROPASSION 2020): Stadtpfarrer Georg Flierl, Vinzenz Rahn, Josef Lang, 2. Bürgermeister Peter Gold, Franz Stahl, Manfred Grüssner, Thomas Hummel und die Leiterin Tourist-Info/MQ Stefanie Süß (v.l.)