Amt für ländliche Entwicklung klagt über Nachwuchssorgen

By | 8. November 2018

Seit fünf Jahren ist das Amt für ländliche Entwicklung in der Kreisstadt beheimatet. Beim 7. Tirschenreuther Wirtschaftsdialog berichtet Behörden-Chef Thomas Gollwitzer, was sich seither getan und mit welchen Problemen er zu kämpfen hat.

Eigentlich hatte sich auch Wirtschaftsminister Franz-Josef Pschierer angesagt, doch musste dieser wegen der Ministerpräsidentenwahl kurzfristig absagen. Bürgermeister Franz Stahl konnte sich trotzdem freuen. Denn zahlreichen Gäste nahmen die Einladung an. Dank zollte er dem Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) für die entgegengebrachte Gastfreundschaft.

ALE-Chef Thomas Gollwitzer ging detailliert auf die Geschichte seiner Behörde ein, die es seit 1886 gibt. Das Amt für ländliche Entwicklung ist seit 3. Juni 2013 in Tirschenreuth. 60 Prozent der neuen Mitarbeiter kommen aus der Region. „Wir sind jünger und weiblicher geworden“, stellte Gollwitzer fest. Er verwies darauf, dass die Frauenquote bei 42 Prozent liege. Dennoch habe seine Behörden auch Nachwuchssorgen. So seien zwei Stellen deutschlandweit ausgeschrieben, doch kein Einziger habe sich beworben.

Aktuell betreue das ALE in der Oberpfalz rund 200 Vorhaben. Zudem verwies der Behördenleiter darauf, dass jeder Euro Fördermittel eine Folgeinvestition von bis zu sieben Euro auslöse. Ganz nach dem Motto „Bewährtes fortführen und Neues anpacken“ versuche man, miteinander statt gegeneinander eine erfolgreiche Zukunft aufzubauen.

Außerdem verwies er auf den neuen Studiengang „Geoinformatik und Landmanagement“ an der OTH Amberg/Weiden. Dieser sei für sein Amt enorm wichtig. Denn eine Behördenverlagerung funktioniere nur, wenn auch vor Ort ausgebildet werde. Nur so könne man Nachwuchsprobleme beheben und lösen.

Eine Überraschung hatte Bürgermeister Franz Stahl parat. Er teilte mit, dass es ab dem Frühjahr 2020 in der Kreisstadt einen neuen berufsbegleitenden Bachelorstudiengang Wirtschaftsingenieurwesen Energie und Logistik geben soll.

Der Rathauschef betonte, dass sich der Tirschenreuther Wirtschaftsdialog zu einem festen Bestandteil in der Zusammenarbeit zwischen der Stadt sowie der örtlichen und regionalen Wirtschaft entwickelt habe. Einer der Gründe sei die Themenvielfalt, aber auch die bisherigen Gastredner.

„Der Standort Tirschenreuth steht im globalen Wettbewerb", begründete Stahl die Notwendigkeit dieses Formats. Der ländliche Raum habe viel zu bieten. Für die Wirtschaft gebe es in der Kreisstadt hervorragende Ansiedlungsvoraussetzungen. Dabei verwies er auf die Kosten für die Gewerbeflächen und die verkehrsstrukurellen Voraussetzungen.

Tirschenreuth sei aber auch ein Behördenstandort. Die Verlagerung des ALE untermauere dies. Enorm wichtig seien zudem die „weichen Standortfaktoren“ wie medizinische Versorgung und schulische Einrichtungen. Die städtische Planung und die Gestaltung habe in Tirschenreuth in den vergangenen Jahren einiges bewegt. Als Beispiele nannte Stahl Marktplatz, Fischhofpark und aktuell den „Grünen Ring um die Altstadt“. Ferner seien die Lebenshaltungskosten sehr günstig. „Tirschenreuth kann sich nicht mit München messen. München aber auch nicht mit Tirschenreuth“, resümierte der Bürgermeister. Die Kreisstadt könne im Landkreis die höchste Lebensqualität vorweisen…

Quelle und ganzer Text: https://www.onetz.de/oberpfalz/tirschenreuth/amt-fuer-laendliche-entwicklung-klagt-ueber-nachwuchssorgen-id2543260.html