München kann sich nicht mit Tirschenreuth messen

By | 16. Oktober 2019

Mit Staatsminister Florian Herrmann präsentiert Bürgermeister Franz Stahl beim 8. Tirschenreuther Wirtschaftsdialog wieder einen hochkarätigen Redner. Der fordert angesichts der sich langsam eintrübenden Konjunktur Reaktionen.



Hohen Besuch gab es beim 8. Tirschenreuther Wirtschaftsdialog am Montagabend im neuen Feuerwehrgerätehaus. Zu rund 80 Gästen sprach Florian Herrmann, Leiter der Staatskanzlei und Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten. Der Minister forderte dazu auf, bei allen politischen Entscheidungen um vernünftige Lösungen zu ringen, die von einer breiten Bevölkerung mitgetragen werden sollten. Herrmann appellierte, wieder mehr zu Maß und Mitte zurückzukehren.

Der Minister brach auch eine Lanze für den Mittelstand, sie sei das Rückgrat der bayerischen Wirtschaft. "Ich danke diesen Unternehmen von Herzen, sie geben unseren Menschen Arbeit und Lohn und schaffen Ausbildungsplätze. Diese zumeist familiengeführten Unternehmen fallen nicht vom Himmel." Der Minister gratulierte zur erstaunlichen wirtschaftlichen Entwicklung der letzten zehn Jahre in Tirschenreuth und nannte dies keine Selbstverständlichkeit. Zur Wirtschaft in ganz Bayern sagte Herrmann, dass allmählich dunkle Wolken aufzögen. Gerade jetzt sei es wichtig, einige grundlegende Änderungen vorzunehmen. "Wir müssen wieder mehr zur Realität zurückkommen und nicht mehr so hektisch und aufgeheizt agieren." Gefragt seien vernünftige politische Entscheidungen. Dabei bezeichnete er die Digitalisierung die nächste industrielle Herausforderung. "Wir müssen versuchen diese Entwicklung bei uns in den Griff zu bekommen, denn nur dann bleiben die hochentwickelten Arbeitsplätze auch bei uns."

In diesem Zusammenhang berichtete er von zwei Milliarden Euro, die in dem High-Tech-Standort Bayern in den kommenden vier Jahren investiert werden. Herrmann sprach von einer kraftvollen Investition und kündigte eine Flexibilisierung des Hochschulrechts an. Davon profitieren muss freilich auch der Mittelstand. Finanzieren werde dies der Freistaat, ohne neue Schulden aufzubauen. "Natürlich machen wir all dies bei einem ausgeglichenen Haushalt", sagte der Minister. Abschließender Dank galt allen Unternehmen der Region, die mit dazu beitragen, das Tirschenreuth und der Landkreis so gut dastehen. "Die Politik steht an ihrer Seite", sagte Herrmann, der dazu ausdrücklich auch die SPD mit nannte.

Bürgermeister Franz Stahl freute sich, dass zum Wirtschaftsdialog neben zahlreichen Vertretern aus Handel, Industrie, Gewerbe und dem Dienstleistungssegment auch die beiden Landtagsabgeordneten Tobias Reiß (CSU) und Annette Karl (SPD) sowie stellvertretender Landrat Alfred Scheidler gekommen waren. Stahl betonte, dass Tirschenreuth und der ländliche Raum im "globalen Wettbewerb" viel zu bieten hätten und verwies auf niedrige Kosten bei Gewerbeflächen, persönliche Betreuung durch die Stadt, verkehrsstrukturelle Voraussetzungen, niedrigen Gewerbesteuersatz und die Lage in der Mitte Europas. Dank zollte er dem Freistaat Bayern für die Verlagerung von Behörden in den ländlichen Raum. Das Amt für Ländliche Entwicklung sei seit 2013 in Tirschenreuth beheimatet und habe aktuell 135 Beschäftigte. Massiv warb der Bürgermeister für den Erhalt des Krankenhausstandortes Tirschenreuth, in den erst jetzt 30 Millionen Euro investiert wurden. "Unser Haus hat einen hervorragenden Ruf, wir werden alles in unserer Macht stehende tun, dass dieses Haus eine Bestandsgarantie erhält", sagte Stahl….

Quelle und ganzer Text: https://www.onetz.de/oberpfalz/tirschenreuth/muenchen-tirschenreuth-messen-id2870701.html