Museumsquartier und Fischereimuseen feiern Jubiläum

By | 20. April 2018

Museumsquartier (MQ) und Fischereimuseum feiern gemeinsam Jubiläum. Das MQ existiert seit 10 Jahren, das neue Fischerei- museum seit 25 Jahren. Zum Doppeljubiläum gibt es freien Eintritt und etliche spannende Aktionen.

Die Geschichte des Hauses, in dem heute das MQ eingerichtet ist, geht weit zurück. Mitte des 14. Jahrhunderts stand auf dem Areal das Tirschenreuther Schloss. Nach dem Dreißigjährigen Krieg verfiel das Gebäude mehr und mehr. Die Reste fielen 1814 dem großen Stadtbrand zum Opfer. 1882 wurde der heutige Komplex mit Eingang an der Hochwartstraße als Mädchenschule der Armen Schulschwestern errichtet.

Ur-Fischereimuseum

Einige Tirschenreuther begründeten das Ur-Fischereimuseum bereits 1982. Der Museums-Arbeitskreis hatte eine Sammlung alter Fischereigeräte aus einer aufgelösten Fischerhütte zusammengetragen, die in der ehemaligen Mädchenschule ihre erste museale Heimat fand. Unter der Trägerschaft der Stadt wurde 1982 das erste Bayerische Museum für Fischerei und Teichwirtschaft offiziell mit Bürgermeister und Landrat eröffnet. Bereits 1990 habe die Stadt die städtebauliche Notwendigkeit erkannt, das historische Quartier um das alte Kloster einer geordneten Wiedernutzung zuzuführen, erklärte Bürgermeister Franz Stahl. Dies sei insbesondere in der gemeindlichen Pflichtaufgabe, historisch wertvolle Baustrukturen zu retten respektive zu sichern, begründet gewesen, so der Rathauschef. So wurde am Kirchweihsamstag 1993 nach gründlicher Renovierung das Oberpfälzer Fischereimuseum neu eröffnet. Von 2001 bis 2007 sanierte die Stadt das ehemalige Kloster und richtete dort das Museumsquartier ein. 3,2 Millionen Euro standen dafür samt Einrichtung zur Verfügung. Wenn auch nicht im selben Haus, sondern direkt gegenüber des MQ entstand von 2009 bis 2012 für 680 000 Euro das Haus am Teich, das als eigene Abteilung zum Fischereimuseum zählt und gleichzeitig eine Verbindung in den Fischhofpark darstellt. 2014 wurde die Abteilung Fischerei im MQ saniert und teilweise neu gestaltet. Kostenpunkt damals 260 000 Euro. Als vorerst letzte Abteilung kamen die "Ikonen von Erich Werner" dazu. Das ließ sich die Stadt 40 000 Euro kosten. "Das Konzept hat von Anfang an eine museale wie auch kulturelle Nutzung vorgesehen", sagt Stahl. Eine Rechnung, die gut aufgegangen ist. 7000 bis 8000 Besucher besichtigen jährlich das Museum beziehungsweise kommen zu den Veranstaltungen darin. Seit der Eröffnung haben 77 Sonderausstellungen stattgefunden. Aufgeteilt ist das MQ in sieben Abteilungen. Das ,,Lebendige Museum" beginnt im Oberpfälzer Fischereimuseum mit dem Haupteingang an der Regensburger Straße. Hier wird auf zwei Stockwerken die nahezu tausendjährige Entwicklung der heimischen Teichwirtschaft erläutert. Es gibt lebende heimische Fische in vier großen Aquarien zu bestaunen. Unter der Überschrift, "Ganz tief unten, ganz lang her" erfährt der Besucher, wie die Landschaft um Tirschenreuth entstand, die Stadt erblühte und welchen Einfluss das Kloster Waldsassen darauf hatte. Tirschenreuth als Industriestadt und das heutige Tirschenreuth sind ebenfalls Themen im unterirdischen Verbindungsgang über den der Besucher die weiteren Abteilungen erreicht. Hier ist auch der Aufzug, der Menschen mit Handicap in die oberen Räume bringt. Die Fortsetzung der Geschichte und Entwicklung der Stadt und der Menschen, die in und um Tirschenreuth lebten, folgt in der Abteilung Stadtgeschichte, die im oberen Stockwerk im ehemaligen Kloster untergebracht ist. Ein breites Themenspektrum ist hier auch dem Tirschenreuther Porzellan gewidmet. Seit 1838 zählte Tirschenreuth zu den Zentren der deutschen Porzellanindustrie.

Der Tirschenreuther Bürgerbrauch des Krippenbauens und -schauens wird ebenfalls in einem eigenen Bereich vorgestellt. Die geschichtliche Entwicklung der Tirschenreuther Krippen und deren typischer Aufbau wird in einem verdunkelten Raum wirkungsvoll gezeigt. In der Adventszeit werden heuer auch der Hörmann-Saal und der Pädagogikraum bei der großen Krippenausstellung 2018/19 wieder zu riesigen Krippenstuben umfunktioniert. Auch Johann Andreas Schmeller war ein Kind der Stadt. Dem Sprachforscher und Verfasser des Bayerischen Wörterbuchs ist eine eigene Abteilung gewidmet. Bayerische Sprachgeschichte aus zwölf Jahrhunderten ist hier zu bestaunen und wird im "Hörkabinett" vermittelt. Im Bereich ,,Museum des Heimatkreises Plan-Weseritz" wird an die Menschen aus dieser Region erinnert und deren Geschichte und Kultur vorgestellt. Die Ausstellung handelt von der Vertreibung, berichtet von ihrer Integration und ihrem Streben, die Erinnerung und ihre Identität zu bewahren. …

Quelle und ganzer Text: https://www.onetz.de/tirschenreuth/vermischtes/museumsquartier-und-fischereimuseen-feiern-jubilaeum-museen-feiern-jubilaeen-d1845283.html